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Kritik und Ausblick: Konferenz „ESF+ Quo Vadis?“ zur Zukunft der EU-Sozialförderung

Am 5. Februar 2025 fand in Brüssel die Konferenz „ESF+ Quo Vadis?“ statt, bei der die bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) in Deutschland kritisch beleuchtet und Perspektiven für die Zukunft diskutiert wurden.

Im Mittelpunkt standen zentrale Herausforderungen der aktuellen Förderperiode 2021–2027. Viele Teilnehmende kritisierten die hohe bürokratische Belastung, die komplexen Antragsverfahren und die begrenzte Flexibilität der Programme. Besonders kleine Träger und innovative Projekte hätten es schwer, Zugang zu den Fördermitteln zu erhalten. Zudem wurde bemängelt, dass der ESF+ stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ausgerichtet werden müsse, um langfristig wirksam zu sein.

Mit Blick auf die Zeit nach 2027 forderten die Teilnehmenden eine deutliche Vereinfachung der Förderverfahren, eine bessere Verzahnung mit nationalen Programmen sowie eine stärkere Fokussierung auf soziale Innovationen, Armutsbekämpfung und Fachkräftesicherung. Auch der nachhaltige und digitale Wandel müsse stärker in den Förderzielen verankert werden. Die Konferenz machte deutlich, dass Reformen notwendig sind, um den ESF+ als effektives Instrument für sozialen Zusammenhalt und Beschäftigungsförderung weiterzuentwickeln und an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Gleichzeitig sprachen sich die Teilnehmenden für den Erhalt des regionalen Charakters des ESF+ aus, um den Kernzielen der Kohäsionspolitik gerecht zu werden und um seine Wirkung in der Fläche zu entfalten.

Im Ergebnis der Veranstaltung wurde eine länderübergreifende Arbeitsgruppe unter Beteiligung der ESF+-Verwaltungsbehörden aller EU-Mitgliedsstaaten gefordert, die die Resultate der Diskussionen in erste ESF+-Verordnungsentwürfe für die Zeit nach 2027 integriert.

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