Die EU-Kommission hat im Mai eine umfassende Studie veröffentlicht, die sich mit dem Verwaltungsaufwand von Landwirtinnen, Landwirten und weiteren Begünstigten der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum 2023–2027 befasst.
Die Untersuchung basiert auf einer europaweiten Zielgruppenbefragung mit rund 27.000 Landwirten im Frühjahr 2024 sowie ergänzenden Interviews mit Akteuren aus allen 27 Mitgliedstaaten und Stakeholder‑Gruppen. Sie analysiert dabei verschiedene Phasen der GAP-Prozesse – von Antragstellung über Berichtspflichten bis hin zur Kontrolle – und zeigt die Hauptursachen für Bürokratie und deren Kosten auf.
Wesentliche Erkenntnisse:
- Viele Landwirte verbrangen mehr als sieben Tage pro Antrag mit administrativen Aufgaben.
- Hauptkritikpunkte der Befragten: unklare oder häufig wechselnde Regeln, überbordende Berichtspflichten und redundante Informationsanforderungen.
- Während EU‑Recht oft als Belastungsquelle genannt wird, entfallen bis zu 60 % des Verwaltungsaufwandes auf nationale Umsetzungsentscheidungen, die über die EU-Vorgaben hinaus gehen – sogenanntes Gold‑Plating.
- Praktische Entlastung bringen digitale Tools, vereinfachte Kostenoptionen, sowie verbesserte Kommunikation, Beratung und Schulung durch Behörden.
Die Studie liefert damit konkrete Ansatzpunkte für kurzfristige und mittelfristige Reformen zur Bürokratieabbau – insbesondere im Hinblick auf das Zieljahr 2028. Sie wurde vom EU GAP-Netzwerks in Kooperation mit dem European Evaluation Helpdesk unter der Leitung der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (DG AGRI) erstellt.
Der gesamte Bericht auf englisch, sowie eine Kurzzusammenfassung auf deutsch ist auf der Seite des GAP-Netzwerkes verfügbar: Zur Website
Eine ausführlichere Zusammenfassung der KBS findet sich hier: Zur Zusammenfassung
Achim Wolf

